Milch – Qualität macht den Unterschied


Auch wenn die weiße Flüssigkeit ziemlich gleich aussieht – ob aus der Flasche, Tüte oder Milchkanne: Milch ist nicht gleich Milch! Zum einen gibt es große Unterschiede bei der Art der Verarbeitung (mehr dazu im Buch: Gesunde Ernährung – Das Nova-System in der Praxis). Hier ist die NOVA-Klassifizierung eher ungenau, denn Milch ist nach Open Food Facts NOVA-Score #1 – unabhängig vom Verarbeitungsgrad. Zum anderen ist die Qualität der Milch abhängig davon, was die Kühe gefressen haben. Am wertvollsten gilt Milch aus Weidehaltung. Die Kühe verbringen viel Zeit frei laufend auf der Weide und fressen dort frisches Gras. Diese Milch enthält gesunde Omega-3-Fettsäuren und gut verfügbares Eiweiß.[1] Daher lohnt es sich, bei Milch auf das Etikett zu achten. Was gar nicht immer so einfach ist, denn der Begriff „Weidemilch“ ist nach Angaben der Verbraucherzentrale lebensmittelrechtlich weder definiert noch geschützt. Es gibt lediglich ein Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg aus dem Jahr 2017, demzufolge die Bezeichnung „Weidemilch“ zumindest nicht irreführend ist, wenn die Kühe an mindestens 120 Tagen im Jahr für mindestens sechs Stunden täglich auf der Weide stehen. Andersherum heißt das: Selbst wenn die Kühe die restlichen 245 Tage des Jahres ausschließlich im Stall stehen, darf ihre Milch als Weidemilch verkauft werden. Es braucht auch nirgends angegeben werden, ob und was zugefüttert wird, wenn kein oder nicht genügend frisches Gras zur Verfügung steht. Meist ist das Heu und/oder Kraftfutter, das oft aus Soja besteht. Bei Soja kann der Anbau bedenklich sein – etwa wenn die Sojabohnen in Südamerika angebaut und/oder gentechnisch verändert wurden.


[1] Quelle: Dr. med. Matthias Riedl: Mein Weg zur gesunden Ernährung. Aktuelle Antworten auf die 100 wichtigsten Ernährungsfragen. ZS Verlag 2020

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