Back mal!

Eindrücke von der „Mehlmanufaktur Back mal!“

Mehl, überall ist Mehl.

Als Familie waren wir in der glücklichen Lage, mal nachzusehen, wo unser Mehl herkommt. Vom Mehl verbrauchen wir monatlich eine ganze Menge und streben an, nur die beste Qualität zu nehmen. An dieser Stelle haben wir einen echten Mengentreiber identifiziert. Was machen wir mit so viel Mehl? Wir backen nahezu alles selber: Brötchen, Brote, Kekse, Kuchen, Pizzen, usw.

Unser Mehl kaufen wir seit unserer Ernährungsumstellung bei der Firma Back mal! im 50 Kilometer entfernten Einbeck. Dort werden in der kleinen Manufaktur Backzutaten hergestellt. Vor allem Mehle und Mehlmischungen werden hier abgefüllt. Die Rohstoffe kommen ausschließlich von kleineren Betrieben, also von Landwirten und Mühlen und überwiegend aus der Region. Uns ist es wichtig, möglichst zugunsten der Regionalität und der Qualität auf die Industrieware zu verzichten.

Was haben wir alles gesehen, und was durften wir erfahren?

Der Geschäftsführer Philip Giersemehl empfing uns persönlich. Mit ihm konnten wir uns auf Augenhöhe über eine regionale, nachhaltige und gesunde Ernährung unterhalten und dabei den frischen Apfelsaft von den hofeigenen Äpfeln probieren.

Das Unternehmen Back mal! gibt es bereits seit einigen Jahrzehnten (seit 1970, um genau zu sein). Der Geschäftsführer ist derzeit in der dritten Generation tätig und konnte bereits zukunftsfähige Ideen einbringen. Weitere Ideen sind bereits in der Planung. Traditionell beliefert das Unternehmen das Bäckerhandwerk – das Verkaufsgebiet reicht aktuell bis zu fast 100 Kilometern Entfernung. Das Unternehmen setzt nicht auf Förderungen und Zuschüsse, sondern ist wirtschaftlich aus eigener Kraft entstanden und stabil am Markt tätig.

In der Gesellschaft geht der Trend hin zu Dinkelprodukten – das merkt man daran, was die einzelnen Kunden ordern. Weizenmehle werden zugunsten von Dinkelprodukten immer weniger nachgefragt. Wahrscheinlich denken viele Konsumenten, dass Weizenprodukte ungesünder sind. Wie immer kommt es auch hier auf den einzelnen Fall an: Wenn man das volle Korn verarbeitet, also Vollkornmehle kauft (Weizen, Roggen, Dinkel), dann gibt es gesundheitlich keinen Unterschied. Zu den einzelnen Mehlsorten gehe ich an einer anderen Stelle noch einmal ein. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Typennummer, desto weniger Nährstoffe hat das Produkt.

Interessant ist, dass Privathaushalte seit dem Jahr 2020 Produkte erwerben können, die zuvor nur Fachbetrieben vorbehalten waren. Wer also unterschiedlichste Mehlsorten in reinster Bäckerqualität kaufen möchte, ist bei Back mal! an der richtigen Adresse. In unregelmäßigen Abständen werden neue Backmischungen kreiert. Im Übrigen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das gekaufte Mehl oder die Mehlmischung durch die Hände von Philipp Giersemehl geht, da in diesem Familienbetrieb der Geschäftsführer selbst mit anpackt.

Die Backmischungen, die hier vertrieben werden, beinhalten ausschließlich echten Natursauerteig und regionales Mehl. Zusatzstoffe „sucht“ man hier vergebens – das Ziel von Back mal! ist, die Zutatenliste kurz zu halten, ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr.

Privatkunden können die Mehle und Backmischungen sowohl in vielen Lebensmittelgeschäften der Region als auch direkt im Back mal! Onlineshop kaufen. Obendrein durften wir auch einen kurzen Blick auf die Bienen werfen, die dort regionalen Honig produzieren.

Back mal! ist mit „Kostbares Südniedersachsen“ zertifiziert – ein regionaler Erzeugerverband, der das Ziel hat, die regionalen Produkte und ihm angehörigen Betriebe zu stärken. Diese Vernetzung begünstigt die Umsetzungen von Innovationen, die Giersemehl anstrebt. So konnte er bereits Landwirte für einige Ideen gewinnen, die sie beim landwirtschaftlichen Anbau umgesetzt haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich nur zu gut: Wer selbst einmal seine eigenen Ideen umgesetzt hat, weiß, dass nicht jede Idee auf Anhieb so funktioniert, wie man sich das Ergebnis vorstellt. Da finde ich es umso schöner, dass hier alle am gleichen Strang ziehen. Auch die Idee, das Getreide in Bio-Qualität anzubauen, damit die Mehle als „Bio” zertifiziert sind, stößt auf offene Ohren. Mal sehen, ob bzw. wann die Bio-Zertifizierung ansteht. (Wir sind übrigens keine großen Bio-Verfechter – die Regionalität ist uns als Familie deutlich wichtiger.)

Unser fünfjähriger Sohn Ben durfte auch mal ran und eine Papiertüte mit frischem Mehl abfüllen. Er hat eine 5-Kilogramm-Tüte fast auf das Gramm genau gefüllt – super Augenmaß! Die haben wir natürlich gekauft. Ben wird sich sicherlich noch lange an diesen Erfolg erinnern. Und das Mehl nun, da er weiß, woher es kommt, noch mehr zu schätzen wissen.

3 Gedanken zu „Back mal!

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